01. Einleitung 

Borax, ein natürliches Allzweckmittel, das gewöhnlich vor allem als Reinigungs- und Desinfektionsmittel genutzt wird, ist ein immer beliebter werdendes NATÜRLICHES HEILMITTEL für eine ganze Bandbreite gesundheitlicher Probleme. Es ist günstig und einfach einzunehmen, als Bor oder Borax in Form von Tabletten, als Borax in Form von Pulver oder gelöst als Borwasser. Es wirkt bei chronischen Krankheiten, Autoimmunerkrankungen, Arthrose, hormonellen Problemen und chronischem Schmerz, sowie als Entzündungshemmer gegen Arthritis und Gicht. Außerdem wurde es bei der Behandlung von Krebs, Übergewicht, Bluthochdruck, Arterienerkrankungen und Osteoporose eingesetzt,  Die Grundlage für die Wirkung von Borax bildet das im Mineral vorhandene Element Bor, ein essentielles Spurenelement, das der Grundstein für viele Prozesse im menschlichen Körper ist, aber in der heutigen modernen Ernährung oft fehlt. Ein gesunder Borgehalt kann viele gesundheitliche Probleme verbessern. Als der Osteopath und Naturheilkundler Dr. Rex Newnham in den 1960er Jahren an Arthrose erkrankte, aber die konventionelle Medizin bei ihm nichts ausrichten konnte, versuchte er andere, natürliche Methoden zu finden. Über sein biochemisches Wissen gelangte er zu der Erkenntnis, dass fehlendes Bor das Problem sein könnte. So behandelte er sich in einem Selbstversuch mit Borax und innerhalb von wenigen Wochen waren seine Symptome verschwunden. Als er seine Borax-Tabletten in größeren Mengen herstellen lassen wollte, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, befürchtete die Firma, die er mit der Vermarktung beauftragen wollte allerdings, dass die sehr günstig herzustellenden Borax-Tabletten teurere Medikamente vom Markt vertreiben und die Gewinne der Pharmaindustrie verringern könnten. Deshalb wurde 1981 eine Verordnung durchgesetzt, die Bor mitsamt seinen Verbindungen als giftig erklärte,  Aber die Frage ist, kann etwas wirklich giftig sein, das Arthrose-Patienten und Menschen mit anderen Problemen ohne große Nebenwirkungen geholfen hat? Oder geht es hier nur um die wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen in der Pharmaindustrie?

02. Allgemeines über Borax 

Johan Gottschalk Wallerius, ein schwedischer Mineraloge, beschrieb 1748 als erster das Mineral Borax. Schon in der Antike wurde es bei der Bearbeitung von Gold, in China für Glasuren und in Ägypten zum Einbalsamieren benutzt. Im Mittelalter wurde Borax als Kostbarkeit aus Tibet nach Europa gebracht. Das Wort Borax kommt von dem arabischen Wort „bauraq“, das „weiß“ bedeutet. Borax, auch Tinkai genannt, ist ein in der Natur selten vorkommendes Mineral, das abgebaut und zu verschiedenen Borverbindungen weiterverarbeitet wird. Es ist die wirtschaftlich wichtigste Verbindung von Bor. Seine chemische Formel ist Na2B407*10H20, oder einfach gesagt besteht das Ausgangsmaterial Borax aus den Elementen Natrium, Bor, Sauerstoff und Wasserstoff. Auch wenn es für das Mineral mehrere Namen gibt (Natriumtetraborat-Decahydrat, Natriumborat, DinatriumtetraboratDecahydrat), die chemische Zusammensetzung bleibt an sich immer die gleiche. Meistens bildet es kurze, prismatische Kristalle, aber auch körnige oder massige Aggregate, die meistens weiß, grau oder gelb, manchmal farblos, sind. Natürlich kommt Borax ähnlich wie Anhydrit oder Gips als Evaporit in kristalliner oder massiver Form vor. Bei der Austrocknung von kontinentalen salzhaltigen Seen, sog. Borax-Seen, lagert sich Borax ab. Der Borax Gehalt kommt wahrscheinlich von vulkanischer Aktivität, weshalb man es auch in Vulkanschloten findet. Hauptsächlich kommt Borax in der Türkei (Kirka) und in Kalifornien vor, wo 1872 die ersten Lagerstätten im Death Valley entdeckt und abgebaut wurden. Auch heute noch befindet sich das weltweit größte Vorkommen in Kalifornien (Rio Tinto Borax Mine in Boron, Death Valley, Searles Lake, Borax Lake), was die USA neben der Türkei zu den Hauptförderern macht. Experten meinen, dass die Reserven in Boron bis 2050 reichen werden. Weitere Vorkommen liegen in China, Indien und der Ukraine, Argentinien (Tincalayu, Loma Bianca), Peru, Kasachstan und Tibet, (vgl. LAST 2012: 11, chemie.de, AMELINGMEIER 2014, EARTHCLINIC 2018). Neben Borax sind Ulexit, Boracit und Kernit noch wichtige Bormineralien. Heute wird Borax überwiegend aus dem kristallwasserärmeren Mineral Kernit gewonnen, (vgl. chemie.de, wissen.de) Borax besteht zu 11,3 % und Borsäure zu 17,5 % aus Bor. Ein Teelöffel voll Borax sind ungefähr 4-6 Gramm. Ein Gramm Borax enthält 11,3% Bor, Vi Teelöffel 113 Milligramm Bor. (vgl. EARTHCLINIC 2018) Die einfachste chemische Bezeichnung für Tinkai ist Natriumborat und es ist das Natriumsalz der schwachen Borsäure. Die Borsäure ist die einfachste Sauerstoffsäure des Bors (Borverbindung). Mit Salzsäure reagiert Borax im Magen zu Borsäure und Natriumchlorid. In Wasser gelöstes Borax hat einen pH-Wert von 9-10 und ist somit alkalisch. Wird das Mineral erhitzt, verliert es Teile seines Kristallwassers (im kristallinen Festkörper gebunden), bis es bei 400°C wasserfrei ist und zu Natriumtetraborat wird. Bei 878°C schmilzt es. Wird Borax zu schnell erhitzt zerfällt es bei ca. 75°C. 

Zusatzinformationen über Bor und Borsäure: 

Bor ist ein seltenes Element mit Eigenschaften von Halbmetallen, das in der Natur nur in Form von Sauerstoffverbindungen in einigen Lagerstätten vorkommt und dessen Abbau sehr lohnend ist. Es ist das einzige Nichtmetall unter den Mikronährstoffen. Borverbindungen sind schon seit Jahrtausenden bekannt. In Ägypten z.B. wurde das Mineral Natron, das unter anderem auch Borate enthält, zur Mumifikation benutzt, und im chinesischen Kaiserreich wird seit dem 4. Jahrhundert Boraxglas verwendet. Im antiken Rom wurden Borverbindungen ebenfalls zur Herstellung von Glas verwendet. Am häufigsten kommt Bor in Glimmern und im Mineral Turmalin (ca. 10% Bor) gebunden vor. Durch Verwitterung dieser Minerale wird das Bor u.a. in Form von Borsäure freigesetzt. Die Löslichkeit des Elements hängt mit dem pH-Wert im Boden zusammen. In marinen Tonen werden mit ungefähr 200 mg/kg die höchsten Bor-Werte erreicht, denn das Meerwasser hat ebenfalls einen hohen Borgehalt (im Mittel 4,6mg/l). Bor ist sehr strahlungsreaktiv und für Lebewesen der einzige nutzbare Neutronenfänger. Amorphes Bor ist ein braunes oder schwarzes Pulver oder eine glasige, undurchsichtige Masse, kristallines Bor kommt in mehreren allotropen Modifikationen vor. Große Bor-Lagerstätten befinden sich in der Türkei, den USA (Kalifornien, Mojave-Wüste) und Argentinien. Dort wird Colemanit, Borax und Kernit abgebaut.. Kernit und Borax sind die wichtigsten Ausgangsmaterialien für die Herstellung von Borsäure. In geringen Mengen ist elementares Bor nicht giftig. Borane (Borwasserstoffverbindungen) sind allerdings hochgradig toxisch. Am wirtschaftlich wichtigsten ist das Borax. Unter anderem wird Bor für Raketentreibstoffe und pyrotechnische Mischungen eingesetzt, in Bor-NitratGemischen als Zünder für Airbags, als Legierungszusatz, zur Desoxidation von flüssigem Kupfer und zur Härtung von Metalloberflächen. Borfasern stärken Bauteile von Flugzeugen, Raumkapseln oder Sportgeräten, (vgl. chemie.de, SITZMANN 2011) Borsäure (H3BO3) bildet schuppige, farblos-glänzende Kristalle und ihre Salze werden Borate genannt. Sie ist wasserlöslich (Borwasser) und löst sich auch in Ethanol und Glycerin. Die Lösung in Wasser ist schwach sauer. Das weltweit größte Vorkommen an Boraten befindet sich mit 72% ebenfalls in der Türkei (Kirka) und in Boron (Kalifornien), (chemie.de, FISCHER 2008: 15) Ähnlich wie Borax löst die Borsäure Metalloxide auf. Da die schwache Säure flüchtig ist, kann sie in den Fumarolen und Soffionen der italienischen Vulkangebiete gefunden werden. Soffionen sind ca. 200°C heiße Ausdampfungen aus Erdspalten in der Toskana. Aus diesen heißen Wasserdämpfen wird die Borsäure in Form von dünnen Plättchen des Minerals Sassolin (in Sasso, Toskana) abgelagert bzw. eingedampft. Durch den Wind kann sie mit dem versprühten borhaltigen Meerwasser und in gasförmiger Form weitertransportiert und über Niederschläge in den Boden gelangen. Daneben wird Borsäure freigesetzt, wenn Borax mit Salz- oder Schwefelsäure beträufelt wird. Jährlich werden weltweit mehr als 200.000 Tonnen Borsäure hergestellt. Also entweder wird die Borsäure aus dem Borax gewonnen, oder aus den Soffionen. Früher wurde die Borsäure und ihre Salze zur Konservierung von Lebensmitteln wie u.a. Margarine, Butter, Flüssigeigelb, Garnelen, Krabben und Zitrusfrüchten eingesetzt. Da die antimikrobielle Wirkung aber im Vergleich von anderen Konservierungsmitteln relativ gering war, musste sehr viel verwendet werden. Heute wird Borsäure aufgrund ihrer gesundheitlichen Bedenklichkeit kaum mehr verwendet. Heute ist sie nur noch als Konservierungsmittel (E284) für echten Kaviar (Störrogen) zugelassen. Die Behörden gehen von kleinen Verzehrmengen aus, sodass sie keine Bedenken geäußert haben. Die Höchstmengenbeschränkung ist 4 g/kg (Summe aus Borsäure und Borax). Borwasser (wässrige Lösung aus Borsäure) und Borsalbe sind milde Desinfektionsmittel z.B. bei Augenentzündungen. 1984 wurden borsäurehaltige Medikamente vom damaligen Bundesgesundheitsamt zurückgerufen, seitdem ist Borsäure und ihre Ester und Salze nur noch zur Pufferung von Augentropfen, in Kosmetika und in homöopathischen Verdünnungen (Globuli gegen Ängste) zugelassen, (vgl. chemie.de, HABERMEYER & SITZMANN 2011, zusatzstoffe-online.de 2013) Borsäure wird bei der Herstellung von Porzellan und Emaille, sowie anderen Bor-Verbindungen benutzt und ist in Flammschutzmitteln und Beizen enthalten. Interessant ist, dass Borsäure zur Berechnung historischer C02-Gehalte benutzt werden kann. Bei einem sauren pH-Wert wird Bor in Borsäure eingebaut, verändert sich das saure Milieu nun hin zu einem alkalischen, wird die Borsäure zu Borat, das wiederum fossile als auch rezente Einzeller für den Aufbau ihrer Schalen benötigen. Anhand dieses Verhältnisses kann nun festgestellt werden, zu welcher Zeit welcher pH-Wert in einem Gebiet vorlag. Weil die Schalen dieser Einzeller und Muscheln den größten Teil des marinen Sediments bilden, können einfach Sedimentkerne entnommen und im Labor auf beide Bor-Isotope untersucht werden. Die Ergebnisse gehen mit denen aus in Eiskernen eingeschlossenen Luftblasen einher. Um Feuerschalen oder Pois für Feuershows einzufärben, wird ebenfalls Borsäure benutzt, da sie zusammen mit Methanol eine grüne Flamme hervorruft. Ebenfalls wird die Säure als Konservierungsstoff in der Kosmetik verwendet, da sie ein mildes Antiseptikum ist. Außerdem in der Gerberei, zum Steifen der Dochte in der Kerzenindustrie, zur Trennung von Zuckern und als Zusatz zu Schmierstoffen etc.

03. Borax zur Anwendung im Bereich Haushalt, Industrie und Chemie 

Borax ist die wirtschaftlich wichtigste Verbindung von Bor. Seine Eigenschaften machen es zu einem beliebten Zusatzstoff in der Industrie, bei ehem. Prozessen, aber auch im Haushalt.

3.1 Im Haushalt 

Borax ist ein kraftvolles, ökologisches Reinigungs und Desinfektionsmittel. Besonders häufig ist es in Seifen, in Wasserenthärtern (alkalischen pH-Wert von 9,3) und als Perborat in Waschmitteln enthalten und kann mit in die Waschmaschine gegeben werden. Schon seit 1891 ist das Mineral ein effektiver Fleckenentferner (Wein- und Kalkflecken) und frischt verblasste Farben auf. Es macht die Wäsche weich, auch ohne, dass Weichspüler dazugegeben werden müssen. Bei der Reinigung des Badezimmers ist es ebenfalls wirkungsvoll gegen Kalkflecken. Dafür werden Handschuhe empfohlen. Es entfernt Matratzengerüche und säubert Backgeschirr. Borax ist ein effektives Insektizid (z.B. gegen Ameisen) und Pestizid, z.B. gegen Räude bei Hunden und Läuse und Milben beim Menschen. In der Kosmetik ist das Mineral beispielsweise zu einer beliebten Shampooalternative zu den herkömmlichen Shampoos und Pflegemitteln geworden, die voll von Chemikalien sind. Die Auswirkungen (Allergien, Reizungen) dieser Vielzahl an chemischen Stoffen haben viele Menschen dazu bewogen, sich eine Alternative für die Haarpflege zu suchen. Aufgrund seiner Alkalität und die Wirkung gegen Pilze kann es auch gut Heilung für chronische Kopfhautleiden bringen. Herstellung von „Borax-Shampoo“: Um Borax für die Haarpflege zu benutzen, wird eine Tasse Borax in etwa 3,8 Liter reinem Wasser gelöst. Eine Tasse dieser Lösung wird anstatt Shampoo auf das Haar gegeben. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sie auf die Kopfhaut gelangt. Ein paar Minuten einwirken lassen und dann ausspülen. Möglicherweise muss die Borax-Lösung nicht mehr als ein oder zwei Mal in der Woche genutzt werden, (vgl. EARTHCLINIC 2018) Außerdem wird Borax vorbeugend als Holzschutzmittel und Zusatzmittel für Putze (z.B. zur Vorbeugung und Beseitigung von Schimmel) und gegen Pilzbefall verwendet. Entweder die betroffenen Stellen werden direkt behandelt, oder Bor wird in neuen Putz untergemengt. Holz, das mit Bor behandelt wurde, erhält dadurch einen Flammschutz. Das muss wohl der Grund sein, warum es Bäume gibt, die Waldbrände überleben, weil sie im Stamm und in der Rinde Bor anreichern. Als Lebensmittelzusatzstoff hat Borax die Bezeichnung E285 und ist zusammen mit Borsäure ebenso ausschließlich für echten Kaviar zugelassen,

3.2 Als Rohstoff und in der Industrie 

Selbstverständlich ist Borax ein wichtiger Stoff, bzw. das Ausgangsmaterial zur Herstellung von Borsäure und zur Gewinnung von Boraten und anderen Borverbindungen. Es wird zur Herstellung von Gläsern mit einer hohen Festigkeit, für Glasuren (Steingut, Keramik, Glas, Porzellan) und bei der Emailproduktion gebraucht, als Düngemittel, in der Kosmetikindustrie (in Seifen, Pudern, Cremes, Hautpflegemittel) und für Brems- und Kupplungsbeläge. Als Antioxidationsmittel wird es als Flussmittel beim Hartlöten von Edelmetallen, als auch beim Feuerschweißen und Schmieden genutzt aufgrund seiner oxidablösenden Wirkung. Bor-Silikat-Fasern dienen zur thermischen Isolierung. Außerdem ist Borax eine der Grundsubstanzen beim Herstellen das bei Kindern sehr angesagten Spielzeugs Slime. 

3.3 In der Chemie 

In der Chemie wird Borax zum Nachweis verschiedener Stoffe genutzt. Wird das Mineral geschmolzen, so lösen sich viele Metalloxide, die eine charakteristische Färbung haben, wobei die verschiedenen Färbungen die Kationen nachweisen. Grüne Färbung von Flammen z.B. weist Methanol nach und entsteht, wenn Borax mit Methanol verbrannt wird. Wenn diese Schmelzen abkühlen bilden sie glasige Perlen, sogenannte Boraxperlen. Zugleich wird Borax als Farbstoff in der Mikroskopie und für Pufferlösungen verwendet. Schon seit Jahrhunderten braucht man es in der Goldschmiedekunst zum Schmelzen und Löten,

04. Die Bedeutung von Bor 

Wird aus einem Turm aus Blöcken ein Block herausgezogen, besonders einer der Fundamente, so schadet es der Stabilität des gesamten Turms. Das gleiche geschieht mit dem menschlichen Körper. Alle Prozesse sind abhängig von verschiedenen „Blöcken“. Vitamine, Minerale, Enzyme, Aminosäuren usw. sind alle nötig, damit unser Organismus gut funktioniert. Besteht ein Mangel, so sind alle möglichen Abläufe und Prozesse betroffen. Viele Krankheiten, die heute auf der Welt vorkommen, beruhen auf Nährstoffmangel: Bor z.B., ein essentielles Spurenelement und Bestandteil von Borax. Bor hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen. Es ist wichtig für die Funktion von Hormonen und das Calcium-Magnesium-Gleichgewicht.

4.1 Pflanzen und Bor 

Bor und Silizium sind die einzigen nicht metallischen Mikronährstoffe von Pflanzen. Bor besitzt von allen nicht gasförmigen Elementen den kleinsten Atomdurchmesser, hat deshalb ein gutes Durchdringungsvermögen und es ist die einzige Substanz, die bei Verdunstung mit dem Wasser aufsteigt. In regenreichen Gebieten wird Bor besonders stark ausgewaschen. Der Mittelwert des Borgehaltes in Böden in feuchtem Klima liegt bei 30-40 mg/kg. Unter einem pH-Wert von 6 kommt Bor in der Bodenlösung fast ausnahmslos in Form von Borsäure vor. Bei einem pH-Wert höher als 7 wird Bor immer mehr als Anion von der organischen Substanz oder den Tonmineralen absorbiert. Die geringe Bor-Konzentration in der Bodenlösung beruht auf der starken Adsorption des Elements durch die organische Substanz, Eisen-Oxiden und Tonmineralen. Nur diese Menge des Bors ist für Pflanzen verfügbar. U.a. Zuckerrüben, Mais, Wein, Baumwolle, Sellerie, Kohlrabi und Blumenkohl sind auf hohe Borgehalte angewiesen, (vgl. FISCHER 2008: 1, 13f.) 1931 wurde entdeckt, dass die Fäule von Rüben von Bormangel herrührt. Das Spurenelement Bor ist für Pflanzen essentieller Nährstoff und seit der Entdeckung dieser Pflanzenkrankheit begann man nun die Bedeutung von Bor für die Pflanzen allmählich zu untersuchen und zu begreifen. Steht eine Pflanze unter Bormangel, leidet vor allem ihr Energie- und Kohlenhydrathaushalt, die Stabilisierung der Zellwände, die Atmung, der Phytohormonhaushalt und die Reizweiterleitung im pflanzlichen Immunsystem. Der Grat zwischen Bormangel und Borüberschuss ist extrem klein. Weltweit kann ein solcher Mangel sowohl auf sauren als auch auf alkalischen Böden entstehen, besonders in trockenen warmen Jahren auf Sandböden oder trockenen tonreichen Böden. Anhaltende Trockenheit senkt die Verfügbarkeit von Bor für die Pflanzen. Einem Ackerboden mit einem pH-Wert zwischen 5-7 der unter Bormangel leidet reicht schon ein Gramm Borax pro m2 um den Mangel auszugleichen. Genau aus diesem Grund, dass schon so geringe Mengen Bor einen so großen Einfluss haben können, ließ die Wissenschaftler lange an der Wirkung und der Bedeutung des Elementes zweifeln. Heutzutage ist allgemein bekannt und anerkannt, dass Bor unersetzlich für eine ganze Reihe an Stoffwechseln, Flüssen und Prozessen der Pflanzen ist, z.B. ist das Element unerlässlich für den Calcium-Stoffwechsel, den Ansatz von Blüten, Früchten und Samen und die Vermeidung deren Abwurfs, für den Schutz der Knospen vor Kälte, der Stabilität der Zellwände, den Stoffwechsel von Phosphor, Calcium, Magnesium und Kalium, für die Vitamin-Bildung, die Regulation der Phenolbildung, der Zellteilung und den Wasserhaushalt, sowie besonders für den Kohlenhydratstoffwechsel. Außerdem vernetzt Bor Pektin moleküle in Zellwänden. Stehen Pflanzen längere Zeit unter Bormangel, werden sie brüchig. Bei Hydrokulturen lockert sich die Stabilität der Zellwände schon nach wenigen Minuten. Eine Unterbrechung der Bor-Zufuhr bewirkt eine ebenso schnelle Veränderung des Calciumhaushaltes. (vgl. FISCHER 2008: 1f., 13) Pflanzen mit einem gesunden Borspiegel können sich besser gegen Schädlinge, wie Parasiten wehren. Bor und auch Calcium reduzieren die Geschwindigkeit mit dem die Eindringlinge in der Wurzel heranreifen. Nadelwälder in der nördlichen Hemisphäre z.B. sind vom Pilz Heterobasidion annosum, einem Schwamm, gefährdet, der die Wurzeln und das Kernholz der wachsenden Bäume verfaulen lässt. Es wurden viele Fungizide zur Bekämpfung des Befalls ausprobiert und Borate haben gleichbleibend gute Ergebnisse erzielt. Bei einer Versuchsreihe in Schottland wurden nicht infizierte Baumstämme mit unterschiedlichen Konzentrationen behandelt und regelmäßig Proben entnommen. Dabei wurde herausgefunden, dass durch eine etwa vierprozentige Konzentration der Mittelbereich des infizierten Kernholzes von 22 % auf weniger als 0,5 % reduziert wurde. Ein früheres Experiment zeigte, dass eine fünfprozentige Konzentration die Stämme komplett vor der Infektion schützt. Eine Arbeitskonzentration von 4-5 % bewirkt also eine vollständige Kontrolle der Krankheit. (EARTHCLINIC 2018) Die Gemüsesorten der Familie Brassica (Kreuzblütler), wie z.B. Kohl, Blumenkohl, Rosenkohl, Raps und Steckrübe in der westlichen Welt und einige Blatt- und Wurzelgemüse aus Indien Japan und China spielen eine große Rolle in der menschlichen Ernährung. Plasmodiophora brassicae, deren Herkunft ungenau ist, aber so ähnlich wie Protozoen sein könnten, befallen Gemüsesorten der Kreuzblütler und infizieren diese mit der Kohlhernie, einer schlimmen Wurzelkrankheit. Diese Krankheit verformt die Pflanzenwurzeln durch massige Geschwülste, die die Wasser- und Nährstoffaufnahme behindern. Diese extrem deformierten Wurzeln nehmen Kohlenhydrate aus den Blättern und sich entwiekelnden Blumen. Das Laub wird zuerst blaugrün, dann gelb und verwelkt schließlich, sodass die Pflanze an einem Punkt ist, an dem sie nichts mehr retten kann. Das führt zu geringer Qualität und großen Ernteverlusten. Es ist unmöglich den Parasiten aus den Böden, in denen er fast sein gesamtes Leben verbringt, auszurotten. Einmal angekommen gibt er Milliarden neuer Sporen in den Boden ab. Biologische oder genetisch herbeigeführte Bekämpfungsmethoden gibt es nicht. Traditionelle Methoden wie starke Kalkdüngung, Fruchtwechsel oder bessere Boden Entwässerung haben auch nur begrenzte Wirkungen. Da kommt Bor ins Spiel. Wie gesagt ist Bor ein essentieller Pflanzennährstoff und Pflanzen mit einem gesunden Wert an Bor widerstehen besser krankheitserregende Organismen. Mit genügend Bor könnten die Korbblütler der Kohlhernie standhalten. Eine Studie einer schottischen Universität fand heraus, dass Bor und auch das Calcium, durch die erhöhte Kalkung, die Rate, in der sich der Parasit in der Wurzel entwickelt und sich in sekundäre, Schaden anrichtende Pilze verwandelt, zu reduzieren. Sodass keine neue Generation an Parasiten in die Böden gelangt. Bor verhindert nicht die Invasion, sondern verlangsamt den schädlichen Lebenszyklus der Plasmodiophora brassicae. Dadurch schaffen es die Korbblütler ein stabiles effektives Wurzelnetz auszubilden, bevor die Kohlhernie angreifen kann. Experimente legen nahe, dass bei Setzlingen, die mit Bor behandelt wurden, der Ausbruch der Krankheitssymptome eingeschränkt wird und daher die Ernte bis zu einem bedeutenden Maße geschützt wird. Die verschiedenen Spezies der Korbblütler brauchen unterschiedliche Mengen Bor, aber generell sind sie alle verletzlich gegenüber niedrigen Bor-Werten. Deshalb ist eine Ergänzung von Bor sowieso wichtig. (EARTHCLINIC 2018) Auf Kalkböden, Böden im alkalischen Bereich und bei pH-Werten niedriger als 4 ist Bor zunehmend nicht verfügbar. Deshalb spielt Bormangel beim Waldsterben in Hochlagen der Gebirge eine entscheidende Rolle. Obwohl Bor in regenreichen Gebieten stark ausgewaschen wird, wird ein Mangel, abgesehen von den Hochlagen, selbst bei borärmeren Böden erst in Trockenjahren voll ersichtlich, da die aufgenommene Wassermenge die Borzufuhr bestimmt. In sauren Hochmooren kommt es deshalb nicht zu Bormangel, in calciumreichen Niedermooren dagegen hemmen Calcium-Ionen die Aufnahme von Bor. FISCHER berichtet davon, dass er bei stark versauerten Böden (pH: 2,78) selbst mit 7,5 g Borax/m2 den Borbedarf der Bäume auf einer Versuchsfläche im Schwarzwald kaum decken konnte. Eine Stelle bedarf eine solche Menge Bor, die normale Gartenpflanzen getötet hätte. Dafür erholten sich aber auch die am stärksten geschädigten Bäume wieder. FISCHERS Gips-Basen-Mischung, die aus Bor mit anderen Mitteln zur Bodenverbesserung, Schutz und Wurzelbildung besteht, schaffte es, Schäden kurzfristig rückgängig zu machen. Das in der Mischung enthaltene Bor verwunderte viele Bodenkundler, da in der Literatur nichts vom Zusammenhang zwischen Bor und Waldschäden stand. 1993 zeigten Versuche mit stark versauerten Böden in den USA, dass die Wurzeln von Pflanzen an dem gelösten Aluminium starben. Dabei hatte das dem Bor sehr ähnliche Aluminium den Platz des Bors in den Wurzeln eingenommen und es verdrängt, aber nicht dessen Funktionen übernommen. Bei ordentlichen Borzugaben wuchsen und erholten sich die Pflanzen trotz des hohen Gehaltes an gelöstem Aluminium wieder. Daraus lässt schließen, dass saure Böden einen erhöhten Bor Bedarf haben. Nadelanalysen im selben Gebiet ergaben, dass die Bor- und Calciumgehalte eng miteinander korrelieren. Auch hier beeinflusst Bor den Calciumgehalt ebenso stark wie bei an Osteoporose erkrankten Menschen. Das gleiche, nur umgekehrt proportional, gilt für Bor und den Aluminiumgehalt. 

4.2 Menschen und Bor 

Der Gebrauch von Bor in verschiedenen Ausführungen in der Medizin, besonders für Augenspülungen geht schon bis Hippokrates zurück. Borwasser wurde mehrere 100 Jahre erfolgreich bei Augenentzündungen verwendet, Borsalbe wirkte bei Wunden und Geschwüren. Trotz alledem ist die Bedeutung von Bor für Mensch und Tier bis heute nicht richtig bekannt. Nicht nur bei Pflanzen ist es eine Gradwanderung zwischen Mangel und Toxizität an Bor, der Spielraum dazwischen ist äußerst gering. Deswegen kam es zum Verbot von Borverbindungen in medizinischen Mitteln. Es wurde keine Körpersubstanz gefunden, in der Bor in einer festen Verbindung eingebunden im menschlichen Körper zu finden ist. Es konnten bisher keine stabilen, natürlichen Borverbindungen nachgewiesen werden.  In der Medizin der westlichen Welt ist die Bedeutung von Bor für Mensch und Tier überwiegend unbekannt geblieben, obwohl 1973 gemachte Beobachtungen an Pflanzen und Zellkulturen darauf hinwiesen, dass eine unkontrollierte Zellteilungsrate aufgrund von Bormangel auch bei Tieren und Menschen auftreten kann und mitschuldig an Tumorbildungen ist.  Unter Ärzten ist es bis heute umstritten, ob Bor für uns Menschen lebensnotwendig ist, Forschungsergebnisse legen aber nahe, dass unser Körper es benötigt. Das entscheidende Merkmal des menschlichen Körpers ist der Fluss der elektrischen Impulse. Ein Leichnam besteht zwar noch aus den gleichen festen organischen Substanzen wie ein lebender Mensch, aber ihm fehlt der Elektronenfluss und genau dieser Stromfluss wird durch Bor, bzw. hauptsächlich der Borsäure begünstigt. Schon bei Beginn der Schwangerschaft wird Bor stark im Fötus angereichert. Babys speichern das verfügbare Bor aus der Nahrung und haben schon im Bauch der Mutter vermehrt Bor zugeführt bekommen. Deswegen dürfen Kleinkinder kein zusätzliches Bor zu sich nehmen, da es sonst leicht zur toxischen Überdosierung kommt. Mit zunehmendem Alter nimmt der Borgehalt im Körper ab, dafür steigt der Aluminium-Gehalt stark an. Bor wird leicht vom Aluminium verdrängt. Dabei werden drei Bor-Moleküle durch nur ein einziges Aluminium-Molekül ersetzt und gehen dadurch verloren. Aluminium ist Bor chemisch gesehen sehr ähnlich und kann wegen der ähnlichen Bindungstypen zwar die Position dessen einnehmen, aber nicht den Stromfluss zustande bringen bzw. aufrechterhalten. Anders gesagt, Bor schaltet den Stromfluss ein und damit gewissermaßen das Leben, Aluminium schaltet es wieder aus. Dieselbe Funktion, die Einschaltung des Lebens, besitzt Bor auch bei Pflanzen. Obwohl bekannt war, dass der Borgehalt in den menschlichen Knochen fünfmal so hoch ist wie der im Blut, wurde von den Medizinern nicht verstanden, dass offensichtlich Bor auch beim Menschen für die Aufnahme und einen geregelten Stoffwechsel von Calcium, Phosphor und Magnesium nötig ist. Bor befindet sich auch in komplexen Verbindungen mit den Vitaminen C, B2, B6 und D3. Daneben wird es, selbstverständlich in geringen Mengen, für gesundes Muskelwachstum benötigt und spielt im Prozess der Energieverwertung beim Zuckermetabolismus lebenswichtige eine Rolle. Wird aber zu viel Bor aufgenommen, können schnell toxische Konzentrationen erreicht werden, (vgl. FISCHER 2008: 2f.) Im ganzen Körper verteilt wird das Bor gespeichert, die höchste Konzentration befindet sich in den Nebenschilddrüsen, gefolgt von den Knochen und dem Zahnschmelz. Bor ist sowohl für gesunde Knochen und Gelenke, als auch für die Funktionstüchtigkeit der Nebenschilddrüsen unverzichtbar. Mit dieser Wirkung ist Bor für die Nebenschilddrüsen genauso wichtig ist wie Jod für die Schilddrüse. Ein Mangel an Bor kann zu Hyperaktivität der Nebenschilddrüsen führen, die daraufhin zu viel ihres Hormons Parathormon ausschütten. Dieses Hormon setzt Calcium aus den Knochen und Zähnen frei, dadurch steigt der Calciumspiegel im Blut, was zu (Gelenk-) Arthrose, Arthritis, Osteoporose und Zahnschäden führt. Hohe Calciumwerte im Körper führen auch zu Verkalkungen, die Muskelverspannungen und Gelenksteifheit verursachen können. Daneben können Arterien und Hormondrüsen verkalken, besonders die Zirbeldrüse und Eierstöcke. Nierenverkalkung und Nierensteine können zu Nierenversagen führen. Bor hilft dem Körper Calcium besser einzulagern und Verkalkungen vorzubeugen. Besonders schädlich für Knochen und Zähne ist Bormangel verbunden mit einem Mangel an Magnesium. Das Element wandelt auch Vitamin D in die aktive Form um. Probanden berichten auch von einer Stärkung der Sehkraft, des Gleichgewichtssinns und des Gedächtnisses und der Verbesserung von Herzproblemen, Schuppenflechte und der Kognitionsleistung. In der Krebsforschung spielt Bor ebenfalls eine große Rolle. Der deutsche Krebsforscher Dr. Paul-Gerhard Seeger bewies, dass Krebserkrankungen im Normalfall damit beginnen, dass die Zellmembranen zerfallen. Deshalb könnte der heute weit verbreitete Bormangel ein Auslöser von Tumorwachstum sein, da Bor sehr wichtig für die Funktion der Zellmembranen ist. Borverbindungen haben tumorhemmende Eigenschaften und sind wirkungsreiche Stoffe gegen Osteoporose und Entzündungen, sind gerinnungshemmend und verhindern Gewebsentartungen. (vgl. LAST 2012: 12) Auch an der Reproduktion der DNA-RNA der glucogenen Aminosäure Serin ist Bor beteiligt. Dabei sind über 15 Mio. Transaktionen des DNA-RNA Codes durch Bor nötig, um den Serin-Aufbau durchzuführen. Serin ist fast in allen Proteinen enthalten und viele Enzyme enthalten es in ihrem aktiven Zentrum. Bor stabilisiert Proteine im Zellplasma und beeinflusst den Proteinstoffwechsel und die Enzymaktivität, obwohl das Element gar nicht direkt bei der Bildung und deren chemischer Aktivierung dabei ist. Weitere Aspekte über die Wirkungsweise und die Bedeutung des Bors als Heilmittel für verschiedene gesundheitliche Probleme sind im nächsten Kapitel nachzulesen. Heutzutage treten Bormangelerscheinungen häufig auf, weil der Bedarf an diesem Spurenelement nicht mehr wie früher über die Nahrung gedeckt werden kann. Auch dann nicht, wenn den Borgehalten in den Lebensmitteln mehr Aufmerksamkeit zugebracht würde, (vgl. FISCHER 2008: 16) Bormangel beim Menschen vermindert die Wirkung von Flavonoiden und Vitaminen, hemmt die Enzymaktivität, schwächt das Immunsystem (fördert die Bildung von Antikörpern), mindert die Resistenz gegen Allergien und chronischen Hauterkrankungen, stört den Abbau von Giften, reduziert den Schutz vor Pilzerkrankungen, beeinträchtigt die Funktion vieler Organe, darunter auch die des Herzens, verhindert die PhotoZellreparatur und senkt die Abwehrfähigkeit gegen Krebs, (vgl. FISCHER 2008: 6) Unter- oder Fehlernährung, die Einnahme von Medikamenten, Operationen, Chemotherapie und Bestrahlung, Appetitmangel, Alkoholsucht oder chronischer Stress sind mögliche Gründe für einen Mangel an Bor. Darauf reagiert der Körper mit Gelenkschmerzen, Haarausfall, Wadenkrämpfen, verminderter Knochenstabilität oder mit einem geschwächten Abwehrsystem. Meistens hängt ein Bormangel mit dem Mangel anderer Spurenelemente oder Mineralstoffe zusammen, der dann sonstige Symptome hervorruft, (vgl. krank.de) In Pflanzen und unverarbeiteten Lebensmitteln ist Bor enthalten und ausreichend Obst und Gemüse versorgt den menschlichen Organismus mit etwa 2-5 mg Bor pro Tag. Die enthaltene Menge Bor hängt aber vom Anbau der Lebensmittel ab. Der Einsatz von chemischen Düngern beim Anbau hemmt die Aufnahme des Bor-Minerals aus dem Boden. Das führt dazu, dass ein Apfel, der biologisch in einem Gebiet mit guten Böden gewachsen ist, bis zu 20mg Bor enthalten kann, und einer aus konventioneller Landwirtschaft mit Düngung nur ein Milligramm. Deshalb nehmen die Menschen in westlichen Ländern viel weniger, nämlich nur 1-2 mg Bor pro Tag zu sich. Unter Umständen nehmen Patienten im Krankenhaus womöglich nur 0,25 mg pro Tag ein. Vor 50 Jahren war das noch ganz anders,  Neben dem schlechten Anbau, chemischen Zusätzen und dem Verzehr von schlechten Lebensmitteln, führt auch die Zubereitung, z.B. ungesundes Garen, zum Verlust von Bor in der Nahrung. Die meisten Mineralien aus dem Gemüse werden sowohl zuhause, als auch in der Industrie mit dem Kochwasser weggeschüttet und Phytinsäure in Getreide, Backwaren und Hülsenfrüchten kann das Vorhandensein von Bor stark einschränken. Gluten-Unverträglichkeit und Hefepilze (Candida) verhindern die Mineralstoffaufnahme.  Aufgrund von ausgewaschenen Böden und der intensiven Düngung ist in den Nahrungsmitteln nur noch ein Fünftel der Menge an Bor im Vergleich zu vor 30 Jahren enthalten. 

Abb. 3: Lebensmittel mit einem hohen Gehalt von Bor (Quelle: FISCHER 2008: 5}

Gifte wie z.B. gelöstes Aluminium, gechlortes oder fluoriertes Wasser, chlorhaltige Antibiotika oder hochprozentiger Alkohol bzw. hoher Alkoholkonsum (außer Rotwein) lösen Bormangel aus. Chloriertes Trinkwasser verschuldet heftigen Bormangel. Selbst verschlucktes Wasser im Schwimmbad kann neben roten Augen auch zu Allergien und nach und nach einsetzenden Problemen führen. So entstandener Bormangel kann nicht durch eine normale Ernährung gedeckt werden. Für die Ausscheidung und Unschädlichmachung einer großen Menge an Schadstoffen braucht der Körper Bor in Verbindung mit Calcium. Nahrungsmittel mit einem hohen Borgehalt sind Löwenzahn, (Steck-) Rüben, Hülsenfrüchte, Hering Rogen, Austern, Kaviar, Quitten, Blütenhonig, Gurken, Champignons, Datteln, Mandeln, Pfirsiche, aber auch Rotwein, Rote Beete, schwarze Rettiche, Chicorée, Johannisbeeren oder Lapacho-Tee. Vollkorn hingegen ist sehr Bor-arm, nur die Keime enthalten Bor. Bei Tieren ist das Bor fast komplett in den Knochen eingelagert und nur Raubtiere oder Hunde können es nutzen. Fleisch an sich ist äußerst Bor arm. Calciumpräparate sollten immer mit Bor eingenommen werden, denn Bormangel erschwert die Aufnahme von Calcium, der deshalb mit Calciummangel verknüpft ist. Gewöhnlich nehmen erwachsene Menschen über die Nahrung 1-2 mg Bor täglich auf, aber die erforderliche Menge an Bor pro Tag kann 9-12 mg betragen. Also wesentlich mehr als in der westlichen Welt im Durchschnitt aufgenommen wird. Mit dem Urin wird ein großer Teil Bor wieder ausgeschieden werden. Dabei können wiederum Gifte und chloriertes Wasser die ausgeschiedene Menge an Bor beträchtlich erhöhen, (vgl. FISCHER 2008: 5, 16) Über die Menge an Bor, die täglich sowohl natürlich über die Nahrung, als auch zusätzlich über Präparate eingenommen werden sollte, gibt es verschiedene Angaben. Die WHO z.B. empfiehlt eine Tagesdosis von 1-2 mg Bor. Für Trinkwasser gilt die maximale Menge von 2,4 mg/l. Die EPA Behörde der USA hat einen täglichen Grenzwert von 0,2 mg pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat bisher keine Angaben gemacht, (vgl. krank.de) Wie Borverbindungen vom Körper wieder ausgeschieden werden, darüber gibt es in der Literatur verschiedene Meinungen. LAST behauptet, dass sie sehr schnell und fast komplett mit dem Urin wieder ausgeschieden werden, (vgl. LAST 2012:11) Auf zusatzstoffe-online.de steht, dass Bor nur sehr langsam ausgeschieden und in den Geweben angereichert wird. (vgl. zusatzstoffe-online.de 2013) Und FISCHER behauptet, der Darm nimmt das Bor fast vollständig auf und es wird im Körper angereichert. (vgl. FISCHER 2008: 3) LIEBREICH formuliert es so: „Die Borpräparate verweilen im Organismus durchaus nicht auffällig lange, sondern werden in normaler Weise, wie die meisten anderen Substanzen, aus dem Organismus ausgeschieden.“ Arbeiten die Nieren nicht richtig, kann Bor im Organismus zurückbleiben. Dasselbe passiert auch bei allen anderen Substanzen, sowohl eingenommene, als auch vom Körper selber produzierte. Bleibt Borsäure im Körper zurück, kommt es selbst bei Nierenkranken zu keinen weiteren Gesundheitsschädigungen. (vgl. LIEBREICH 1902: 14) 

Shopping Basket